Unter Tag. Über Brücken.

Shownotes

Als Kind fuhr Christiane Schiavinato regelmäßig von der Steiermark nach Kärnten, zu ihren Großeltern. Dass sie Jahre später als Projektkoordinatorin an einigen der großen Tunnelbauten Österreichs mitwirken würde, hätte sie sich damals nicht träumen lassen. Im Gespräch mit Nina Popp erzählt die Technikerin von ihrem Weg über die TU Graz und ein Statik-Büro bis hin zur ÖBB und zur Koralmbahn, die zu Recht als Jahrhundertprojekt tituliert und eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Europas wird.

Christiane Schiavinato spricht über die Herausforderungen im Brücken- und Tunnelbau, den Alltag auf der Baustelle, worauf es bei der Kommunikation mit Menschen aus unterschiedlichsten Branchen ankommt, und darüber, was Veränderung und Zeit im Tunnelbau bedeuten. Außerdem verrät die Steirerin, wie sie anspruchsvolle Situationen meistert – und wo sie Kraft für ihren fordernden Beruf findet.

Auf ÖBB findet ihr weitere Infos zur Koralmbahn und zum neuen Fahrplan und hier geht's zur Infowelt-Koralmbahn.

Und wenn ihr mehr über das Lavanttal-Buch erfahren bzw. ein Weihnachtsgeschenk für Kärnten-FreundInnen bestellen wollt https://www.lavanttal-storys.at/

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00:00:08: Grüß euch und herzlich willkommen bei einer weiteren Folge des Lofendoll-Bordcasts.

00:00:14: Es gibt wieder Geschichten aus Lofendoll im speziellen und nachspeziellen von der Kahlenbahn.

00:00:24: Ich freue mich, dass Frau Christianes Chiavinato sich Zeit genommen hat für mich.

00:00:30: Wir sitzen hier am Hauptbahnhof in Klangfurt.

00:00:34: wo ihr in Kürze viel schneller hinkommen wird als bisher.

00:00:39: Ich persönlich freue mich schon sehr.

00:00:41: Frau Skavinato ist Leiterin des Projekts KOR-Einbarn II.

00:00:48: Sie wird uns erzählen, was da alles passiert ist in diesem Jahrhundertprojekt, wie man es ohne Übertreibung nennen kann.

00:00:55: Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben.

00:00:57: Sehr gerne, danke für die Einladung.

00:01:00: Ich freue mich über diese Möglichkeit.

00:01:03: euch ein bisschen was berichten zu dürfen aus meinem spannenden Berufsalltag.

00:01:08: Ja,

00:01:08: es ist ja wirklich für Leyen, das passiert sich im Verborgenen, weil es unter Druck zum Großteil passiert.

00:01:15: Also es gibt da den großen Kohl im Tunnel von der Steinmark nach Kärnten, aber es gibt auch unzählige andere Tunnel, die zum Beispiel die Tunnelkette Kranitzdal, die da entstanden sind, und andere.

00:01:29: Ja, und das ist also eher der Bereich, für den Sie dann verantwortlich sind.

00:01:32: Aber Sie haben, wie ich erfahren habe, schon als Kind, haben Tunnels eine Rolle gespielt.

00:01:40: Als Kind haben Tunnels schon eine große Rolle gespielt für mich.

00:01:44: Und es war auch wichtig, die Reise zwischen der Steiermark und Kärnten.

00:01:50: Ich bin in der Steiermark aufgewachsen, habe aber Wurzeln in Kärnten.

00:01:55: Die Großeltern waren aus dem Mölterl.

00:01:57: Und so sind wir sehr oft hin- und hergereist zwischen der Obersteiermark und dem Müllteil.

00:02:03: Später habe ich dann auch in Graz studiert.

00:02:06: Und von der damaligen Situation kenne ich, dass das war im Ende ... eine Weltreise von von Graz ins Möltal oder von Graz nach Klagenfurt und von hier aus weit ins Möltal.

00:02:17: Also diese Verbindungen, die wir da ab der vierzehnten Dezember genießen werden können, das war unvorstellbar.

00:02:25: Und dass ich da eine Rolle haben werde eines Tages, das habe ich mir damals nicht erträumen können.

00:02:33: Ich erinnere mich noch an meine Studienzeit.

00:02:35: Ich bin in Außenlovental und bin dann immer über die Park.

00:02:39: in die Stärmer gebändelt und speziell unten im Zwiembärger Graben haben wir wirklich ja eigentlich jahrelang in den Himmel gestaunt, weil der Stück für Stück in wirklich unglaublicher Höhe diese Autobahnbrücke entstanden ist.

00:02:58: So konnte man das Stück für Stück mitverfolgen.

00:03:00: Also beim Tunnelbauer ist es ja alles, da sieht man noch Baustellen und man hört was und man wird gern rein, kann aber nicht.

00:03:08: Und deshalb freue ich mich, dass wir heute nachfragen können.

00:03:11: Also, schauen wir mal konkret, was war Ihr Aufgabe bei dem Projektrollenbahn?

00:03:19: Und wann sind Sie dazu gekommen?

00:03:21: Weil das hat ja längst begonnen.

00:03:23: In den Neunzigern haben wir die ersten Planungen begonnen.

00:03:25: Ganz

00:03:26: genau,

00:03:26: ja.

00:03:27: Ich habe

00:03:28: bei uns schon ein Wesen studiert in Graz.

00:03:31: Und während meiner Studienzeit sind schon die ersten Planungen gelaufen für die Kohlenbahn.

00:03:37: Ich habe damals das noch nicht so verfolgt und bin dann aber gleich zu Beginn meines Berufslebens, das ich in Kärnten begonnen habe, in einem Zivilingenieurbüro in Kontakt gekommen mit der Kohlenbahn, weil ich dort als Stattikerin mich befassen durfte mit Eisenbahnbrücken für die Kohlenbahn.

00:03:58: Und das Aufgabengebiet ist ja so interessant für Bauingenieure, weil die Kohlenbahn alles umfasst.

00:04:07: Tunnelbau, Brückenbau, Straßenbau.

00:04:10: Wir müssen ja auch Straßen angreifen.

00:04:12: Wenn wir sie mit der Bahn quer oder umlegen, dann natürlich Eisenbahnbau im Einschnitt, in Darmlage, in allen möglichen Gesteins.

00:04:25: Konfigurationen in allen möglichen Untergrundbedingungen sehr vielfältig und spannend.

00:04:34: Und zu welchem Zeitpunkt sind Sie dann zu diesem jetzt?

00:04:38: Endgültig zu dem Projekt Kornbahn

00:04:40: II.

00:04:40: Ich bin dann zum ÖBB beruflich gewechselt und zuerst in der Projektleitung Kornbahn IV und seit ein paar Jahren in der Projektleitung Kornbahn II.

00:04:53: und

00:04:54: mittlerweile gibt es nur mehr eine Projektleitung in Kärnten.

00:04:57: Wir sind ja in Kärntener Bereich schon im Betrieb gegangen und somit ist das Team schon ein bisschen verkleinert worden.

00:05:07: Kann man das eingrenzen?

00:05:09: Ihr Zuständigkeitsbereich?

00:05:11: Ja, man kann das vereinfacht jetzt eingrenzen auf Portalkoholentunnel bis Langfurt.

00:05:20: Da sind Brückkind dabei, da sind Tunnelketten, sogar nicht nur einzelne Tunnelketten.

00:05:27: Hochbauten, wir brauchen auch viele Technikgebäude.

00:05:32: Bahnhofsbauten, das Überführungsbauwerk, den Übergangssteg in Bahnhof

00:05:38: Künstdorf

00:05:39: zum Beispiel, in Grafenstein, der Übergangssteg, Bahnhofsgebäude, in Bahnhof St.

00:05:48: Paul im Lavanteil.

00:05:50: Genau.

00:05:52: Und wie Sie angefangen haben, was war das Erste, womit Sie sich befasst haben?

00:05:58: Das Erste waren eigentlich statische Berechnungen.

00:06:01: Zuvor waren wir auch im Statikbüro.

00:06:06: Und dann eigentlich die ersten Begehungen vor Ort draußen.

00:06:10: Das waren

00:06:10: noch

00:06:12: Trassenbegehungen, wo wir uns einfach im Gelände angesehen haben, wo die zukünftigen Brücken eben situiert werden.

00:06:21: Es sind ja ganze Berge versetzt worden.

00:06:23: Also ich bin ... aus St.

00:06:25: Paul ursprünglich und fahr gern über die Grutschen nach Klangfurt.

00:06:30: Da hat mir gesehen, plötzlich ist ein Hügel abgetragen worden.

00:06:34: Dann war ganz viel z.B.

00:06:36: Bauer für, muss das gewesen sein, ein rotes Gestein?

00:06:40: Wir bauen ja eine Hochleistungsstrecke.

00:06:43: Das heißt, wir wollen mit wenig Energie viel Verkehr bewältigen, viel Tornage transportieren.

00:06:51: Und ... wollen ein wenig Gefälle haben.

00:06:55: Das heißt, wir haben ein Gefälle von zehn Prof.

00:06:57: Mill, fahren praktisch gerade eben dahin.

00:07:02: Und daher müssen wir bereichsweise abtragen, bereichsweise dem wieder aufbauen.

00:07:08: Und schauen aber immer das Material, welches wir abtragen, dass wir das wieder woanders einsetzen können.

00:07:15: Was hat typischer Arbeitstag für Sie?

00:07:17: Waren Sie eher im Büro oder waren Sie viel draußen?

00:07:20: Ja,

00:07:20: ich bin in dieser ... Lange Zeit, in der ich schon im Beruf bin, auch die unterschiedlichsten Phasen und Arbeitsplätze erlebt von der Planung ausgehend, wo man sich nur mit dem Planungsteam befasst.

00:07:42: die Kollegen aus dem Planungsteam mit den Computerprogrammen, mit den Unterlagen, die man für die Planung benötigt, noch ein bisschen weniger Kontakt mit anderen hat.

00:07:54: Dann geht es weiter in die Phase, wo die Kontakte mit den Betroffenen anreinern, mit den betroffenen Grundeigentümern aufgebaut werden.

00:08:04: Die Teams, mit denen man zusammenarbeitet, werden immer größer.

00:08:12: Viele Stakeholder, viele Interessenten sind jetzt schon am Geschehen beteiligt.

00:08:18: Und dann wird es immer konkreter.

00:08:21: Man geht in die Ausführungsplanung, in die Vergaben der Leistungen, sämtliche Leistungen, die wir im Projekt benötigen, werden entweder von den ÖBB-Kollegen abgedeckt oder von ... anderen Planungsbüros.

00:08:41: Und vor Ort im Tunnel oder an der Baustelle oder Brücken?

00:08:46: Genau.

00:08:47: Wenn die unsere Ausschreibungen für den Bau dann veröffentlicht wurden, dann geht es wirklich ans Bauen mit den Baufirmen.

00:08:57: Und da waren Sie auch immer wieder vor Ort?

00:08:59: Da war ich auch vor Ort, nicht bei jedem baulose, aber zum Beispiel war ich vor Ort beim Übergangsteg in Künstdorf oder später bei der sogenannten festen Fahrbahn.

00:09:10: Das ist eine Stahlbetonplatte anstelle des Schottergleises, das wir verwenden in den Tunneln und auch auf Brücken.

00:09:21: teilweise war das im Bereich Stein, Lind, Beratschützen.

00:09:30: Sie

00:09:31: haben gesagt, sie haben viele Teams, und das haben ja hunderte von Leuten, wahrscheinlich Tausende, in Summe dran gearbeitet, dann mitgearbeitet.

00:09:43: Es gibt so eine Kolumne in einer österreichischen Tageszeitung, da werden Leute aus verschiedensten Berufsgruppen gefragt, was sie nicht tun, Dinge, die sie nicht tun.

00:09:55: Und ein Tunnelbauer hat gesagt, nicht gut kommunizieren.

00:10:01: Und weil es sind so viele unterschiedliche, ja, nicht nur Berufsgruppen, sondern auch Nationalitäten, involviert.

00:10:11: Wie gehen Sie da an diese Dinge heran oder an diese Thematik, dass da so viele unterschiedliche, ja ... bis hin zu Stakeholdern.

00:10:20: Oder Leute aus der Umgebung und politisch verantwortlich, die auch ihre Interessen oder Ängste haben.

00:10:27: Das ist ja allein die Kommunikation in dem Zusammenhang, das ist ja ein Thema.

00:10:31: Ja, das ist auch das Spannende in diesem Beruf und in diesem Berufsumfeld.

00:10:37: Das an sich habe ich ein technisches Studium gewählt.

00:10:42: Das war während dem Studium noch sehr ... sachlich, technisch, neutral.

00:10:48: Und jetzt im Berufsleben, in der Umsetzung, hat sich sehr viel erweitert und sehr spannend entwickelt, weil jetzt die menschliche Komponente viel mehr dazukommt, natürlich.

00:11:01: Haben Sie da so ein geheimen Rezept, wie Sie, kann man vorstellen, bei so einem Riesenprojekt gibt es nicht nur immer nur wohnige, sonnige Momente, wie Sie damit umgehen.

00:11:14: Kommunikation mit allen Projektmitgliedern und auch nach außen hin immer hegen und pflegen.

00:11:21: Und ein respektvolles Miteinander mit allen.

00:11:26: Tunnels werden ja über Jahre geplant.

00:11:28: Aber nicht nur die Tunnels, sondern auch die Brücken etc.

00:11:31: Also alles, was ihre Arbeit jetzt ... Betriefter ist Zeit, ja, unheimlicher Faktor.

00:11:36: Andererseits, man muss so weit vorausplanen, schauen, dann kann sich ja alles Mögliche ändern.

00:11:41: Andererseits gibt es die Fristen, oder?

00:11:44: Also, gibt es da so Veränderungen, wenn man so lange angelegte Projekte plant?

00:11:51: Ja, Veränderungen gibt es immer.

00:11:53: Und mit Veränderungen müssen wir Leben darauf, wenn wir es einstellen, aber das macht das Ganze auch so spannend.

00:12:00: Und die Kohlenbahn ist ein ... Jahrhundertprojekt.

00:12:04: Deshalb schätzen wir uns einmal alle glücklich, dass wir genau so nun uns jetzt im Berufsleben befinden, dass wir die Kornbahn planen und umsetzen durften.

00:12:14: Das ist schon ein Riesenglück.

00:12:16: Und von großem Vorteil sind natürlich konstante Teams, die dieses Projekt über alle Phasen hinweg begleiten und das Wissen mitnehmen und an die Kollegen weitergeben, wenn es erforderlich ist.

00:12:31: Wie viele Menschen sind so in Ihrem Verantwortungsbereich tätig?

00:12:36: In meinem Team sind wir jetzt ca.

00:12:38: dreißig Personen.

00:12:41: Das ist unser internes Team.

00:12:43: Und dann bilden wir natürlich jedes Teammitglied von mir, bildet sein eigenes Team wieder auf der Baustelle.

00:12:51: Aber so im Bereich der KMB, generell, wie viele Leute waren da tätig, in etwa, kann man das sagen?

00:12:57: Tausende,

00:12:57: ja.

00:12:57: Es sind diese großen technischen Bauwerke, Österreichs sowie der Bau der Packer-Bundestraße.

00:13:05: Das war ja so aus der A-II oder der Tauern-Tunnel.

00:13:09: Sie sind ja schon beim nächsten Projekt.

00:13:12: Der Tauern-Tunnel war dann im Anschluss an die Fertigstellung der Kohlenbahn auf der Kärntener Seite.

00:13:20: Ganz ein tolles Projekt für mein Team, weil wir im Vergleich zum ... Neubau auf der grünen Wiese, wie wir immer sagen, auf einmal konfrontiert waren mit einem Bestandstunnel.

00:13:33: Der Dauertunnel war ja im Bau von oneinzehntunderteins bis oneinzehntunderteins ist vom Kaiser Franz Josef höchstpersönlich eröffnet worden.

00:13:41: Das heißt, unsere Vorfahren haben dieses tolle Tundelbauwerk gebaut, damals schon in der sogenannten österreichischen Tundelbauweise, die sehr in der ganzen Welt berühmt wurde.

00:13:56: Und der Tunnel ist großteils noch in so einem guten Zustand, dass er nicht angegriffen werden musste, nur eben in gewissen Bereichen aufgrund von Wasser zu treten.

00:14:08: Der Tunnelquerschnitt musste in seiner Größe erhalten bleiben.

00:14:13: Es muss ja Platz sein für zwei Gleise nach wie vor.

00:14:17: Und so wurden Bereiche, die mit Feuchtigkeit zu kämpfen hatten in der Vergangenheit.

00:14:27: Da wurde das alte Gewölbe in einer Stärke bis zu dreißig Zentimeter abgetragen.

00:14:32: Dann wurde eine Abdichtungsschichte aufgebracht und neue Spritzbetonschichte.

00:14:38: Und das zeitgerecht, wie ich lesen

00:14:40: habe.

00:14:40: Genau.

00:14:40: Das ist ja wieder das

00:14:41: Thema

00:14:42: Zeit.

00:14:42: Das Zeitgerecht

00:14:42: nahm den vierzehnten Juli, konnte die da an Strecke wieder ... rechtzeitig zu den Ferien im Betrieb genommen werden?

00:14:50: Ja,

00:14:51: gratuliere.

00:14:52: Das ist glaube ich wichtig in so einem Zusammenhang.

00:14:55: Aber noch mal zurück zum Kornbahn.

00:14:58: Sind Sie selber schon durchgefahren?

00:14:59: Weil es vor einiger Zeit gibt es ja

00:15:03: ... Ich bin selber schon durchgefahren.

00:15:05: Ich bin auch ganz zu Beginn.

00:15:08: Die ersten Messfahrten haben mir im Sommer im Sommer in etwa stattgefunden.

00:15:14: Vor der Inbetriebnahme im Dezember mussten wir die ganze Strecke erproben und austesten.

00:15:22: Da war es schon ein überwältigendes Gefühl, einen Zug in Hochgeschwindigkeit in Kärnten fahren zu sehen.

00:15:30: Das ist ein Anblick, das haben wir vorher nie miterlebt.

00:15:35: Wie war's vom Gefühl her?

00:15:39: Ich hab gewusst, der Zug fährt zu deren derzeit in Klagenfurt weg.

00:15:43: Normalerweise hab ich immer vierzig Minuten berücksichtigen müssen von Klagenfurt durch den Stadtverkehr bis auf die Baustelle.

00:15:52: So bin ich auf der Baustelle gestanden, hab die Information gekriegt, Zug fährt ab.

00:15:56: In wenigen Minuten hab ich auf das Tunnelpartal ... gebannt geblickt und der Zug ist herausgezischt und war auch schon wieder weg.

00:16:05: Ja toll, ich freue mich auch beseitig schon.

00:16:09: Ich bin sich einer der Ersten, die sich ein Ticket kauft, vor allem wenn es dann vielleicht auch noch so Verbindungen gibt mit meinem steirischen Klimaticket.

00:16:20: Lass uns überraschen und hoffen das Beste.

00:16:23: Gibt es da so technische Entwicklungen im Tunnelbau, die sich besonders faszinieren oder die die Arbeit verändert hat?

00:16:31: Es gibt immer weiter Entwicklungen und je nachdem, in welchem Untergrund wir befinden, müssen wir uns anpassen.

00:16:38: Und so wurde auch jeder Tunnel wurde auf eine gewisse andere Art und Weise gegründet, gebaut und jeder Tunnel ist wieder eine neue Herausforderung und ein Abenteuer.

00:16:52: Riesentunnelbohrmaschinen anschaut.

00:16:54: Die haben mich schon sehr fasziniert.

00:16:57: Wir waren auch mal drinnen, haben uns das angesehen, ist sehr beeindruckend.

00:17:02: Nicht nur groß, sondern lang.

00:17:05: Weil das Aushuppmaterial, das auch muss ...

00:17:07: Hunderte Meter lang.

00:17:08: Unglaublich, unglaublich.

00:17:11: Gab so Momente während des Projekts, in dem sie einfach so ... selber mal so innegehalten haben, um sich einmal wirklich diese ... Ingenieurskunsten haben wir so richtig gewusst zu machen, dass es wirklich was Riesiges ist.

00:17:28: Oder hat es einen Spirit-Game in den Teams, die da geplant und gebaut haben, was immer noch mal gemerkt haben.

00:17:34: Wir sind wirklich etwas Großen dran.

00:17:38: Ein wichtiger Moment für uns ist immer der Abschluss der sogenannten Rohbauffase, der Zeitpunkt, wo das Bauwerk einmal dort steht.

00:17:49: der Tunnel im Rohbau oder die Brücke.

00:17:53: Und dann beginnen wir mit der bantechnischen Ausrüstung.

00:17:57: Das ist immer ein wichtiger Moment für uns.

00:18:00: Da haben wir mal die Voraussetzung geschaffen, das Bauwerk an sich für den Bahnausbau.

00:18:08: Und dann geht es weiter mit dieser speziellen, spezifischen Bantechnischen Ausrüstung.

00:18:13: Mit dem Oberbau, mit den Gleisen.

00:18:17: Und allen anderen Gewerken, die immer vorderlich sind.

00:18:20: Telematik, Energietechnik, Leitunsicherungstechnik.

00:18:25: Nimm der Zeit, ist ja die Sicherheit ein großer Punkt.

00:18:29: Die Sicherheit der Arbeit während der Baustelle, aber auch die Sicherheit nach einem Betrieb.

00:18:35: Die Sicherheit ist ... jederzeit an oberster Stelle bei uns.

00:18:41: Auch schon in der Planung müssen wir das Thema Sicherheit mitdenken und dann auch tagtäglich in der Ausführung und dann auch im Betrieb.

00:18:50: Deshalb werden jetzt so viele Tests durchgeführt.

00:18:53: Das ist eine sehr lange Testphase eigentlich.

00:18:57: Genau, die Triebfahrzeugführer werden alle geschult auf diese Strecke und auf die Verhältnisse auf dieser Strecke.

00:19:08: Ja, super, super spannend.

00:19:09: Wie gesagt, ich freue mich schon sehr.

00:19:11: Sie bin ja kein Zahlenmensch.

00:19:12: Ich bin ja Texturin und Autorin.

00:19:15: Aber wenn ich mir die Zahlen anschaue, die im Zusammenhang mit diesem Projekt genannt werden, also diese Hundert- und dreißig Kilometer-Schrecke, sieben und vierzig Tonnelkilometer, über hundert Brücken, dann ... Dreiundzwanzig Bahnhöfe und Haltestellen, die modernisiert worden sind oder überhaupt neu geschaffen worden sind.

00:19:33: Die Verkürzung der Wegstrecke, die Länge des Kormtunnels selber, dreiundrassig Kilometer, hundertsechzigtausend Typinge, also das sind diese Betonteile, mit denen die Tunnel ausgekleidet werden, oder das Auspruchsmaterial, das so, wenn man es aufzümmen würde, zwei Keobspyramiden ergeben würde.

00:19:57: Es ist so gigantomanisch für so ein kleines Land, aber es ist ja auch nicht nur, es verbindet jetzt Graz und Klauenford und Wien in weiterer Folge SV-Kräußer, den Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum.

00:20:11: Aber es verbindet darüber hinaus ja ein Gebiet, das in Wirklichkeit von der Ostsee bis unten zu Adria, bis ein Rätsel, glaube ich, in die Gegend von ein Rätsel so mal gehen.

00:20:22: Insofern ist es so wirklich ... Es ist für die Region schon großartig, aber es ist auch bedeutend für den mittleröpäischen Raum.

00:20:32: Es gibt neun europäische Korridore, die als außerordentlich wichtig anerkannt wurden.

00:20:39: Vier laufen durch Österreich und einer davon ist jetzt die Kohlenbahn auf dem baltisch-atriatischen Korridor.

00:20:48: die Kärnten mit der Steiermark verbindet, aber natürlich müssen wir viel weiter denken.

00:20:54: Von der Ostsee bis zur Adria.

00:20:59: Wenn ihr mehr über das große Projekt davon wollt, es gibt nach wie vor die Infobox in St.

00:21:08: Paul im Laventhal, auch eine kleine im Klang von der Bahnhof.

00:21:12: Das ist proschierend bei der ÖBB.

00:21:14: Es geht auf YouTube-Filme.

00:21:17: Und am besten ist, ab den vierzehnten Dezember-Dicket kaufen, mitfahren.

00:21:22: Von Graz, vom Café, am Börtersee oder nach St.

00:21:26: Paul zum Beispiel zum St.

00:21:29: Paul-Kultur-Sommer wird man künftig von Graz nach St.

00:21:32: Paul fahren können oder von Klangfurt nach St.

00:21:33: Paul.

00:21:34: Und ich glaube, das Dicket wird ab nächsten Jahr auch verbunden werden.

00:21:37: Also es tut sich auch vieles im Lavendal.

00:21:40: Ich persönlich freue mich schon sehr.

00:21:43: Ich danke Ihnen, bevor ich mich verabschiede und mit dem Zug wieder nach Haus fahre.

00:21:49: Da habe ich noch zehn Fragen an Christianis Chiavinato, ÖBB-Projektleiterin, KM-Band II und unsere.

00:22:00: Robrik heißt wieder mal Gach gefragt.

00:22:05: Also ich bitte Sie um eine kurze Frage, einfach spontan zu antworten, was Ihnen dazu entfällt.

00:22:12: Sie waren viel unter der KM, gibt es einen Ort über der Auf-der-KM, der Ihnen gefällt, was Sie sich wohlfüllen.

00:22:20: Ja, Wandern zu gehen auf der Chor.

00:22:22: Mir liebe Wandern sowieso.

00:22:25: Geh überall gern hinwandern.

00:22:27: Auch sehr gerne in der Choralpe.

00:22:31: Speik hat mir sehr gut gefallen.

00:22:33: Ja.

00:22:35: Welcher Mensch hat sie als Kind geprägt?

00:22:39: Meine Oma würde ich mal sagen.

00:22:43: Die war immer so lustig und lebensfroh.

00:22:46: Und positiv.

00:22:47: Wenn Sie an Ihr persönliches Licht am Ende des Tunnels denken, was motiviert Sie auch in schwierigen Phasen dran zu bleiben?

00:22:57: In schwierigen Phasen denke ich immer an die nächsten Schritte.

00:23:02: Und dann geht es ganz schnell und man sieht wieder das Licht am Ende des Tunnels.

00:23:08: Gut, das sind die kleinen Schritte, ein großes Problem zu lösen.

00:23:15: Gibt es einen Stollen als einen kleinen Rückzugsraum oder ein Ritual, in dem sie nach langen Arbeitstagen Kraft schöpfen?

00:23:24: Die Natur, würde ich sagen.

00:23:26: Und auch meine Familie.

00:23:28: Sie gehen gern wandern?

00:23:29: Ja.

00:23:30: Und finden auch Zeit dazu?

00:23:32: Oder nehmen sich Zeit?

00:23:33: Da muss Zeit sein dafür.

00:23:36: Beim Dundlpaus spricht man vom Ausbruch.

00:23:39: Gab es in Ihrem Berufsleben einen Moment, in dem Sie bewusst aus alten Mustern ausgebrochen sind?

00:23:45: Es gibt im Berufsleben ständige Veränderungen, weiter Entwicklungen.

00:23:51: Es bleibt nie etwas so, wie es ist für lange Zeit.

00:23:56: Es

00:23:56: ist eine ständige Veränderung und ein Fluss.

00:23:59: Vor allem im technischen Beruf, sowieso.

00:24:02: Was fehlt Ihnen zum Glück?

00:24:05: Nichts.

00:24:09: Mit wem würden sie sich gerne auf ein Glas Wein, ein Bierchen oder einen Kaffee treffen.

00:24:14: Es kann jemand sein, der schon verstorben ist aus der Historie oder jemand, der noch lebt.

00:24:21: Um einfach mit ihm zu sprechen oder mit ihr und Dinge zu erfahren.

00:24:26: Da würde ich wieder sagen, meine Oma, denn die hat selber immer gelebt, entweder in Kärnten oder in der Steiermark.

00:24:32: Und die würde das jetzt sehr genießen, wenn sie mit der Kohlenbahn hin und her zischen könnte.

00:24:37: Damit

00:24:38: hätten sie sich gerne unterhalten.

00:24:41: Weil wir gerade davon sind, Kärnten und Steiermark, wie viel Heimat brauchen Sie?

00:24:45: Ja, viel würde ich sagen.

00:24:48: Oder anders ausgedrückt, die Heimat ist einfach ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.

00:24:55: Und

00:24:56: erdet mich auch.

00:24:57: Und dieser Kreis von Heimat liegt in der Steinmark und in Kern.

00:25:01: Ja.

00:25:01: So wie sich es

00:25:03: anhört.

00:25:03: Genau.

00:25:06: Was würden Sie Ihrem zwölfjährigen Ich empfehlen?

00:25:11: Auf die eigenen Träume zu hören und auszuloten, was man selber gerne machen möchte und das dann umzusetzen versuchen.

00:25:21: Und wofür sind Sie dankbar?

00:25:24: Ja, für alle Chancen, die ich bekommen habe und auch genutzt habe.

00:25:28: In meinem Berufsleben und in meinem privaten Leben.

00:25:33: Dann sage ich herzlichen Dank für Ihre Zeit.

00:25:36: Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute, freue mich und bin gespannt, was Ihnen und Ihrem Team da gelungen ist.

00:25:44: Alles Gute.

00:25:45: Danke, Sir.

00:25:46: Danke.

00:25:47: Und in den Show-Notes findet ihr noch ein Link zur ... zur weiteren Infos der Kölnbau.

00:25:54: Wie gesagt, ob vierzehn Dezember, können Sie von Grat, aber natürlich auch Viechen oder sonstwo durch den Tunnelfang, über die neuen Brücken oder die anderen Tunnelketten.

00:26:05: Ich wünsche euch viel Vergnügen und freue mich, wenn ihr wieder dabei sitzt, wenn es wieder neue Geschichten aus dem Laufendorf gibt, eure Nina Pop.

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